Bei Verteidigungseinsätzen hängt die Effektivität von Entscheidungen oft von einem Schlüsselfaktor ab: Daten. Dennoch sind geschäftskritische Daten oft über ein Labyrinth von Verzeichnissen verstreut, in inkonsistenten Formaten gespeichert oder auf getrennten Plattformen gesperrt. Die Folge? Eine fragmentierte Datenlandschaft, die die operative Planung verlangsamt, die Koordination einschränkt und die Zukunftssicherheit beeinträchtigt.
Bei der Übung „Robotic Experimentation and Prototyping with Maritime Unmanned Systems 2024“ (REPMUS24) sah das NATO Maritime Geospatial, Meteorological and Oceanographic Centre of Excellence (Maritime GEOMETOC COE) die Chance, dieses Paradigma zu ändern. Es forderte Kongsberg Geospatial auf, einen einheitlicheren, standardbasierten Ansatz für den Umgang mit Umweltmissionsdaten einzuführen – einen Ansatz, der auf den operativen Bedürfnissen basiert und darauf ausgelegt ist, die Komplexität zu reduzieren.
Ein nahtloses Datenerlebnis mit KGeoAPI
Kongsberg Geospatial führte eine Lösung auf Basis von KGeoAPI – einem angepassten Fork von PyGeoAPI – ein, gepaart mit einer Benutzeroberfläche, die realen Betriebsabläufen entspricht. Das Tool bot den Betreibern einen zentralen Ort zum Hochladen, Anzeigen und Abrufen von Missionsdaten. Durch die Vermeidung fragmentierter Übergaben und redundanter Speicherorte wurden Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit für alle REPMUS-Teilnehmer deutlich verbessert.
Das Tool wurde in Sesimbra und Tróia in Portugal eingesetzt und unterstützte 23 NATO-Staaten, 22 Marinen und mehr als 2,000 Mitarbeiter. Besonders wertvoll war es im Rahmen der schnellen Umweltverträglichkeitsprüfung (REA) nach der Datenerfassung, -verarbeitung und -analyse. Obwohl zunächst auf die REA-Arbeitsgruppe ausgerichtet, demonstrierte die Lösung erfolgreich das Potenzial der standardbasierten Datenverbreitung in einem breiteren Ökosystem.
Auswirkungen auf die reale Welt
Während der dreiwöchigen Übung katalogisierte und machte das System 168 Missions-/Einsatzprodukte in Echtzeit zugänglich. Es verzeichnete über 700 Downloads und erhielt mehr als 24,400 Anfragen, was einem Anstieg der Downloads um 875 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Kennzahlen sprachen Bände und signalisierten einen deutlich verbesserten Zugang und ein verbessertes Vertrauen in das System.
Wie es funktioniert hat
Für Entscheider
Für die Betreiber der REA-Arbeitsgruppen bot Kongsberg Geospatial eine einfache und flexible Lösung zum Hochladen, Verarbeiten und Abrufen von Missionsdaten an einem zentralen Ort. Dies gewährleistete den zeitnahen Zugriff aller unterstützten Arbeitsgruppen. Dadurch wurde Doppelarbeit vermieden und die Interoperabilität zwischen dem NATO Maritime GEOMETOC Centre of Excellence, seinen Partnern und operativen Kunden verbessert.
Für Ingenieure und technische Leiter
Aus technischer Sicht basierte die Lösung auf einer Reihe von OGC-API-Standardseinschließlich Aufzeichnungen, Eigenschaften, WMTS, Deckungen, EDR und ProzesseDas KGeoAPI-Backend lieferte Daten über RESTful-Endpunkte, während das intuitive Frontend die Komplexität für Endbenutzer reduzierte. Die Einführung des Tools veranlasste das NATO Maritime GEOMETOC COE dazu, die Verwendung von NATO-Standard-GEOMETOC-Formaten vorzuschreiben und diese an offene Community-Formate anzupassen, um eine größere Konsistenz beim Austausch von Umweltdaten zu gewährleisten.
Ausblick: Von REPMUS zum breiteren NATO-Ökosystem
Die Bemühungen von Kongsberg Geospatial bei REPMUS und der Dynamic Messenger (DYMS)-Übung unterstrichen den Wert von Zusammenarbeit, Offenheit und Standardisierung in der Verteidigungstechnologie. Durch Beiträge zur Open-Source-Community und die aktive Teilnahme an der Entwicklung von Standards gestaltet das Team die Zukunft des Missionsdatenaustauschs mit, mit besonderem Schwerpunkt auf Metadatenkatalogspezifikationen und automatisiertem Datenabruf. Dieses Upgrade wird durch das Metadatenprofil des Digital Geographic Information Exchange Standard (DIGEST) nach ISO 19115 und ISO 19139 unterstützt.
Das Team plant, den Nutzen des Tools in der Planungsphase der REPMUS/DYMS-Übung auszuweiten und Möglichkeiten zur Verbreitung von REA-Produkten über eine geringe Bandbreite zu erkunden.
Dies ist erst der Anfang. KGeoAPI hat das Potenzial, weitere Einsatzverbände in anderen Kriegsgebieten sowie umfassendere NATO- und multinationale Übungen zu unterstützen und so den Weg für eine breitere Akzeptanz zu ebnen. Da das Feedback von NATO-Nutzern und der Entwicklergemeinde die Weiterentwicklung prägt, werden die Tools immer robuster, skalierbarer und einsatzbereiter.
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