DGGS (Discrete Global Grid Systems) bieten eine neue Möglichkeit zur Organisation, Speicherung und Analyse räumlich-zeitlicher Daten. Dieses Dokument enthält eine normative Definition für DGGS sowie informative Anhänge. Anhang B. diskutiert die theoretischen Grundlagen für flächentreue Erd-DGGS und Anhang C. diskutiert den historischen Hintergrund von DGGS. Kernstück von DGGS ist ein neues Referenzierungssystem. Räumliche und zeitliche Referenzen, die an anderer Stelle von ISO/TC211 und dem OGC (Open Geospatial Consortium) beschrieben werden, lassen sich in zwei Typen unterteilen:
Referenzierung durch Koordinaten (ISO 19111:2019), Und
Referenzierung durch Kennungen (geografisch in ISO 19112:2019 & ordinale Ära in ISO 19108:2002).
Bei der räumlichen Referenzierung mittels Identifikatoren ist die einzige erforderliche Geometrie eine Ausdehnung, die als einfacher Begrenzungsrahmen dargestellt werden kann. Eine formale Geometrie muss nicht definiert werden und folgt mitunter gesellschaftlichen Gegebenheiten. Ähnlich verhält es sich bei ordinalen temporalen Referenzsystemen: Die Topologie ordinaler Epochen ist bekannt, Start- und Endzeitpunkte sind jedoch oft nur geschätzt und werden vom Datenmodell nicht benötigt. DGGS führen einen dritten Typ ein – die Referenzierung mittels Identifikatoren mit strukturierter Geometrie. Eine einzige übergeordnete globale Geometrie wird gewählt, um die Dimensionalität und Orientierung des vom DGGS – seiner globalen Welt – eingenommenen Raum-Zeit-Bereichs zu definieren.