Die SEADOTs-Projekt (Social-Ecological Ocean Management Applications using Digital Ocean Twins) ist eine von der EU finanzierte Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Ozeanmanagement durch die Integration sozioökologischer Daten mit Digital Ocean Twins (DOTs) zu revolutionieren. Durch die Kombination fortschrittlicher Ozeandaten mit sozioökologischen und sozioökonomischen Modellen zielt SEADOTs darauf ab, politische Entscheidungsträger und Interessenvertreter in die Lage zu versetzen, fundierte, datengesteuerte Entscheidungen für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane zu treffen.

Hauptziele der SEADOTs: 

  • Integration von Datenströmen: Zusammenführung sozioökologischer und sozioökonomischer Daten in digitalen Ozeanzwillingen zur Verbesserung der Meeresraumplanung. 
  • Szenario Analyse: Erleichterung von „Was-wäre-wenn“-Analysen zur Bewertung der Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf Meeresökosysteme. 
  • Stakeholder-Zusammenarbeit: Förderung der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen, industriellen und staatlichen Stellen zur Unterstützung eines umfassenden Ozeanmanagements. 

In drei spezifischen Regionen untersucht SEADOTs unterschiedliche Szenarien, jedes mit einzigartigen Herausforderungen und Zielen:

  • Südliche Nordsee: Vielfältige Nutzung mariner Ressourcen. In den überfüllten Gewässern der südlichen Nordsee arbeitet SEADOTs daran, die gemeinsame Nutzung von Meeresressourcen wie Fischerei, Offshore-Windkraft und Aquakultur mit niedrigerer trophischer Dichte zu optimieren. Dieser Anwendungsfall modelliert die sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen von Szenarien mit Mehrfachnutzung und hilft politischen Entscheidungsträgern, eine nachhaltige Energieerzeugung mit Umweltschutzmaßnahmen in Einklang zu bringen. 
  • Norwegische Nordsee: Windparks und Inselgemeinden. Auf der Insel Utsira in der norwegischen Nordsee untersucht SEADOTs die sozioökologischen Auswirkungen der Entwicklung schwimmender Windparks auf kleine Küstengemeinden. Diese Fallstudie zeigt, wie erneuerbare Energien mit traditionellen Lebensweisen und der Artenvielfalt der Meere koexistieren können. 
  • Ostsee: Schwerpunkt: Klimawandel und maritime Raumplanung. Die empfindliche Ostsee ist zunehmenden Bedrohungen durch Klimawandel und industrielle Aktivitäten ausgesetzt. SEADOTs modelliert Klimawandelszenarien, darunter Hitzewellen und Wendepunkte im Meer, um der Fischerei und anderen Industriezweigen in der Ostsee zu helfen, sich an diese unsicheren Bedingungen anzupassen und zu gedeihen. 

Mithilfe dieser gezielten Anwendungsfälle möchte SEADOTs die komplexen Wechselwirkungen zwischen menschlichen Aktivitäten und Meeresökosystemen ansprechen und so den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen für künftige Generationen sicherstellen.

OGC spielt im SEADOTs-Projekt eine zentrale Rolle, vor allem indem es die Integration, Standardisierung und Interoperabilität von georäumlichen und ozeanbezogenen Daten sicherstellt. Die Expertise von OGC in Bezug auf georäumliche Standards und den kollaborativen Aufbau von Gemeinschaften trägt wesentlich zu den Projektzielen bei, das Ozeanmanagement durch Digital Ocean Twins (DOTs) zu verbessern. 

SEADOTs wird von der Europäischen Kommission mitgesponsert.

Kofinanziert durch die Europäische Union